Das Projekt
Neubau eine Schulcampus bestehend aus der Erweiterung einer dreizügigen zu einer fünfzügigen Realschule, dem Neubau des vierzügigen Gymnasiums, den Neubau einer Mensa sowie dem Neubau einer Dreifachturnhalle mit Schulschwimmhalle. Die bestehende Realschule wird in Teilbereichen innerhalb der bestehenden Räume neu geordnet. Beide Schulen erhalten Versammlungsstätten für je 400 Besucher. Das Gebäude wird als Energie Effizienzhaus-Plus in Holz-Hybridbauweise geplant. Die begrünten Dachflächen werden vollflächig mit Photovoltaikanlagen belegt.
Die grundsätzliche Aufteilung der Funktionen erfolgt in Realschule, Gymnasium, Sport- und Zweckverband. Die schulfunktionen werden entlang der östlichen Grundstücksgrenze aufgereiht. Dir weiterhin der Realschule im Anschluss an den Bestand im Norden, das Gymnasium im Süden. Im Westen, in direkte Nachbarschaft zu den vorhandenen Sportstätten, werden die Sportanlagen errichtet. Die beiden Baukörper des Gymnasiums werden intern über eine Nord-Süd-Magistrale strukturiert. Sie wird einseitig von den Fachklassen gesäumt, die auf diese Weise, den gegenüber über angrenzenden Lernhäusern auf kurzem Weg zur Verfügung stehen. In den Lernhäusern werden die Klassenzimmer jahrgangsweise um zentrale Lernlandschaften angeordnet.
Auch die Funktionen der Realschule sind entlang einer Magistrale aufgereiht. Die Fachklassen sollen in analog zum Gymnasium einseitig die Magistrale, um die Lichthöfe sind die Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Bibliothek angeordnet. Die Mensa befindet sich im Erdgeschoss, „eigenständig“ und zwischen den Pausenhallen angeordnet. Sie orientiert sich zum Vorplatz hin und ist damit auch für externe Veranstaltungen leicht auffindbar. Die Sporthalle wird Teil eingegraben. Der Zugang zur Sporthalle befindet sich wie die zugehörigen Umkleiden im Untergeschoss. Der Zugang zur Schwimmhalle erfolgt über die Umkleide und Duschräume im Erdgeschoss. Die zentrale Organisation der Umkleiden ermöglicht eine beidseitige Erschließung, getrennt nach internen und externen Nutzern.
Konstruktion:
Das Gebäude wird in Holz-Beton-Verbundbauweise errichtet. Die Fluchttreppenhäuser sowie die Kerne werden in herkömmlicher Stahl Betonbauweise errichtet. Sonstige Räume und Flure werden in Modulbauweise errichtet. Die Module werden zur Verbesserung der Speicherkapazitäten in Hybridbauweise (Betondecken auf Balkenlage). Im Bereich der Passage und der Arkaden sowie im Bereich Pausenhalle Realschule erfolgt der Modulaufbau auf einem sogenannten „Tisch“ aus Stahlbeton.
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Der Einsatz von Holz Modulbauweise ermöglicht eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Umsetzung des Projekts. Durch die Eigenschaften von Holz kann gegenüber Stahlbeton erheblich Gewicht und Material eingespart werden. Im Gebäude wird durch den Holzeinsatz CO2 gebunden. Die modulmaße tragen zudem zu einem hervorragenden BRI/BGF Verhältnis bei. Somit sind auch geringere Unterhaltskosten zu erwarten.
Brandschutz
Die Gebäude werden in die Gebäudeklasse 3 eingeordnet da der oberste Aufenthaltsraum im Durchschnitt nicht höher als 7 m bezogen zur Geländeoberkante liegt. Dadurch gelten geringere Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer und Materialität von Konstruktion und Fassade. Der erste Rettungsweg sämtliche Aufenthaltsräume erfolgt über die Fluchtbalkone. Der zweite Rettungsweg erfolgt über eine der beiden zentralen „Treppen“ (analog Musterschulbauverordnung Rettungsweg über „Halle“, oder Prinzip erweitertes Treppenhaus)
3D Planung, BIM
Es wurde eine BIM-Planung anhand eines integrierten 3D Gebäudemodells druchgeführt. (einschließlich Haustechnik für S&D Planung). Der Datenaustausch mit den Fachplanern erfolgte über eine vorab abgestimmte IFC-Schnittstelle.
Die Massenermittlung für die Kostenberechnung und später für die Leistungsverzeichnisse erfolgte automatisiert über unsere Schnittstelle zum AVA-Programm.
Energiekonzept
Es wird ein Energieeffizienzhaus Plus angestrebt. Die bauteilaufbauten entsprechen dabei einem KFW 40 Effizienzhaus. Die Wärmeerzeugung für Heizung und Warmwasser für Gymnasium, Realschule, Sport- und Schwimmhalle sowie den Zweckverband erfolgen grundsätzlich über das gemeindliche Versorgungsnetz. Die Dächer werden mit einer Photovoltaikanlage (>100kWp) ausgerüstet. Ein Pufferspeicher zur Nutzung von Überschussstrom aus der PV-Anlage und somit Vortemperierung von Heizungswasser in das System integriert.
Die Beleuchtung erfolgt über LED-Technologie. Über Zeitschaltuhren wird die maximale Beleuchtungszeit auf ein oder zwei Unterrichtsstunden begrenzt. Weiterhin werden die Klassenräume und die wesentlichen Funktionsräume mit einer Niedertemperatur-Deckenheizung in Form von Heiz- und Kühlstrahldecken ausgestattet. Die Kühlung erfolgt mit der Aufschaltung des hydraulischen Systems an die geplante Grundwassernutzung und somit durch Nutzung von natürlichen Ressourcen. Sämtliche Aufenthaltsräume werden über zentrale Lüftungsgeräte be- und entlüftet. Die Luft wird im Deckenhohlraum zwischen Heiz-Kühlstrahldecken und Betondecke eingeblasen. Hierdurch werden die Speichermassen der Decken „angezapft“, die Luft wird je nach Situation gewärmt oder gekühlt ehe sie in den Raum quillt. Im Sommer wird mittels Nachtspülung die kühle Nachtluft über die Lüftungsanlagen ins Gebäude geblasen. Die massiven Bauteile werden zur Aufnahme der tagsüber anfallenden Wärmeenergie reaktiviert.
Auftragnehmer
köhler architekten – kübertlandschaftsarchitektur Arge
Auftraggeber
Zweckverband weiterführende Schulen im Osten des Landkreises Kirchheim bei München
Zeitliche Abwicklung
2020 – 2023 (Lph 2 – 5)
2022 – 2025 (Lph 8 gepl.)
Beauftragte Leistungsphasen
1-9
BGF
29.013 m²
BRI
132.086 m³
Funktionsbereiche
Klassenzimmer, Fachklassen, offener Ganztag mit Mensa, frische Küche, Dreifachsporthalle, Schwimmhalle, Verwaltungsgebäude, Lehrer Apartments + Hausmeister, Geschäftsstelle Zweckverband
Bauleitung
Max Schupfner











